Maik Kowalleck

CDU-Abgeordnete im Saalfelder Brauhaus

Zuckerabgabe würde Mittelstand belasten

Gemeinsam mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Diana Herbstreuth besuchte der Saalfelder Landtagsabgeordnete Maik Kowalleck das Bürgerliche Brauhaus Saalfeld. Im Mittelpunkt des Austauschs mit Geschäftsführer Jürgen Kachold standen die aktuellen Diskussionen über die Einführung einer Zuckerabgabe auf zuckerhaltige Getränke sowie die möglichen Auswirkungen auf Verbraucher, Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Thüringen.

Das Saalfelder Brauhaus produziert neben seinen Bierspezialitäten auch alkoholfreie Getränke und Limonaden. Für viele mittelständische Getränkehersteller stellt dieses Segment ein wichtiges und in den vergangenen Jahren gewachsenes Geschäftsfeld dar. Entsprechend groß ist die Sorge über mögliche zusätzliche Belastungen durch eine Zuckerabgabe.

„Wir brauchen keine neuen Steuern und Abgaben, sondern spürbare Entlastungen für Bürger und Unternehmen“, erklärte Maik Kowalleck. „Eine Zuckersteuer würde Verbraucherinnen und Verbraucher zusätzlich belasten und insbesondere Familien mit geringerem Einkommen treffen. Gleichzeitig gefährdet sie die Wettbewerbsfähigkeit unserer regionalen Getränkehersteller und Brauereien. Thüringen ist ein bedeutender Standort der Lebensmittel- und Getränkeproduktion. Zusätzliche steuerliche Belastungen senden daher das falsche Signal.“

Der Vorsitzende des Haushalts- und Finanzausschusses des Thüringer Landtags verwies darauf, dass die Preise für Lebensmittel und Getränke in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegen seien. Statt neuer Abgaben brauche es mehr Aufklärung über gesunde Ernährung, Transparenz bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln sowie eine stärkere Förderung von Sport und Bewegung.

Auch die Bundestagsabgeordnete Diana Herbstreuth sieht die geplante Zuckerabgabe kritisch und verweist insbesondere auf die praktischen Folgen für mittelständische Unternehmen: „Über einen zu hohen Zuckerkonsum in Getränken und Lebensmitteln muss selbstverständlich gesprochen werden. Gleichzeitig zeigt sich im Austausch mit den Unternehmen vor Ort, wie viele Fragen und Unsicherheiten eine solche Abgabe in der Praxis aufwirft. Es geht um Planungssicherheit, zusätzliche Dokumentations- und Kontrollpflichten, steuerliche Fragen sowie mögliche Investitionen in neue Software, Lagerkapazitäten oder Produktentwicklungen. Gerade im hart umkämpften Getränkemarkt können zusätzliche Kosten nicht ohne Weiteres an den Handel oder die Verbraucher weitergegeben werden. Der Austausch im Saalfelder Brauhaus hat erneut verdeutlicht: Was politisch oft einfach klingt, bedeutet in der Umsetzung nicht selten mehr Bürokratie, zusätzliche Kosten und erhebliche Herausforderungen für den Mittelstand. Diese praktischen Auswirkungen müssen in der politischen Debatte berücksichtigt werden.“

Geschäftsführer Jürgen Kachold schilderte den Abgeordneten die Herausforderungen, die eine Zuckerabgabe für die Getränkehersteller mit sich bringen würde. Neben den finanziellen Auswirkungen seien zahlreiche organisatorische und rechtliche Fragen zu klären. Insbesondere langfristige Liefer- und Preisvereinbarungen mit dem Handel ließen kurzfristige Anpassungen kaum zu.

Für Maik Kowalleck steht fest, dass politische Entscheidungen stets auch ihre Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft berücksichtigen müssen: „Unsere mittelständischen Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und sorgen für Wertschöpfung in der Region. Statt neuer Belastungen brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Verbraucherinnen und Verbraucher benötigen keine neue Bevormundung, sondern die Freiheit, selbst zu entscheiden.“

Die beiden Abgeordneten dankten Geschäftsführer Jürgen Kachold für den offenen Austausch und die Einblicke in die aktuelle Situation des Unternehmens. Der direkte Dialog mit den Betrieben vor Ort sei unverzichtbar, um die Folgen politischer Vorhaben realistisch einschätzen zu können.