Aktuelle Wohnraumsituation im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Kowalleck: Fördergelder effektiv einsetzen - Rückbauvorhaben auf den Prüfstand

22.06.2022
Maik Kowalleck im Gespräch mit Staatssekretärin Prof. Dr. Schönig anlässlich eines Termins in Saalfeld-Gorndorf.
Maik Kowalleck im Gespräch mit Staatssekretärin Prof. Dr. Schönig anlässlich eines Termins in Saalfeld-Gorndorf.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde nicht benötigter Wohnraum, insbesondere in den ehemaligen DDR-Neubaugebieten, zurückgebaut. Das erfolgte auch unter Zuhilfenahme staatlicher Fördermittel. Inzwischen gibt es im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, insbesondere in den Städten, eine hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum – eine Tendenz die thüringenweit zu verzeichnen ist. Obwohl der Bestand an Sozialwohnungen in Thüringen in den letzten Jahren zurückgegangen ist und dringender Handlungsbedarf besteht, hat die Landesregierung bereits im Landeshaushalt 2021 eingestellte zusätzliche Fördermittel für den Wohnungsbau nicht an Antragsteller ausgereicht.  Verschärft wird die Wohnraumsituation aktuell durch den Ukraine-Krieg und die daraus resultierende Suche nach geeignetem Wohnraum für Flüchtlinge.  

Vor diesem Hintergrund machte der Saalfelder Stadtrat und Landtagsabgeordnete Maik Kowalleck in der „Aktuellen Stunde“ des Saalfelder Stadtrates im April darauf aufmerksam, dass die Wohnungsgenossenschaft Saalfeld eG beabsichtige, in der Straße Am Bernhardsgraben im Ortsteil Gorndorf drei Wohnblöcke zu sanieren einschließlich Rückbau der beiden oberen Etagen. Für Kowalleck stellt sich die Frage, inwieweit das mit dem Wohnungskonzept der Stadt Saalfeld zusammenpasst, wenn damit 30 bis 40 Wohnungen wegfallen. Ebenso Anlass für ihn, bei der Landesregierung nachzufragen, wie dort die aktuelle Wohnraumsituation im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt eingeschätzt wird und welche Aktivitäten sich daraus ableiten. 

Nach wie vor, so die Antwort der Infrastruktur-Staatssekretärin Prof. Dr.-Ing. Barbara Schönig, fördere Bund und Land den Rückbau von dauerhaft nicht mehr benötigten Wohnraum. Konkret stehe dafür das Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung/Teil Rückbau“ zur Verfügung.  Bis Ende 2020 seien im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt insgesamt rund 3.300 Wohneinheiten vom Markt genommen worden, darunter 1.483 in Saalfeld. 

Danach gefragt, inwieweit die Landesregierung Kenntnis von in Planung befindlichen zukünftigen Rückbauvorhaben bei Wohnraum im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt hat, benannte die Staatssekretärin konkrete Vorhaben in Bad Blankenburg, Königsee, Rudolstadt, Schwarzatal und in Saalfeld den Rückbau „Lerchenbühl 22-32“. Das lässt den Rückschluss zu, dass für das in der Diskussion stehende Vorhaben Am Bernhardsgraben in Gorndorf noch kein Antrag eingereicht wurde. 

„Der beabsichtigte Rückbau von Wohnblöcken im Saalfelder Stadtteil Gondorf hat die Diskussion über das Für und Wider solcher Maßnahmen erneut auf die Tagesordnung gebracht. Aktuell wird im Landkreis Saalfeld Rudolstadt bezahlbarer Wohnraum benötigt. Das gilt sicher auch für die Zukunft. Deshalb muss in jedem Einzelfall hinterfragt werden, warum Wohnungen mit Fördermitteln abgerissen werden und andererseits viel Geld für den Bau von neuem Wohnraum ausgegeben werden soll“, so der Saalfelder Abgeordnete Maik Kowalleck.