Neues von Maik Kowalleck
24.04.2018, 14:40 Uhr | Übersicht | Drucken
Keine Zukunft ohne Ehrenamt – Mitstreiter gesucht
Rege Diskussion zum 5. Vereinsgespräch auf Einladung von Maik Kowalleck

 

Nach zwei Wochen Frühlingsferien hatten die Viertklässler der Grundschulen in Gräfenthal, Schmiedefeld und Kaulsdorf allen Grund, sich auf den Schulbeginn zu freuen. Gleich am ersten Tag der neuen Woche stand für sie ein Ausflug nach Erfurt mit Besuch des Thüringer Landtags auf dem Programm. Während die Gräfenthaler und Schmiedefelder gemeinsam mit dem Bus anreisten, kamen die Kaulsdorfer mit Bahn und Straßenbahn wohlbehalten am Thüringer Landtag an. Alle drei Schulklassen wurden vom Landtagsabgeordneten Maik Kowalleck herzlich begrüßt und während ihres Besuchs begleitet.

 



Allein die Zahlen, die von den Gesprächsteilnehmern genannt wurden, waren beeindruckend und sprachen für sich. Stellvertretend seien genannt: 1400 Mitglieder beim 1. SSV Saalfeld 92 e.V. mit 125 Trainern und Betreuern in 20 Sportabteilungen, der Sozialverband VdK mit rund 3.500 Mitgliedern in 19 Ortsverbänden des Kreisverbandes Saalfeld-Sonneberg, der AWO Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt, der allein in Saalfeld 850 ehrenamtlich Aktive verzeichnet und die „Herbstzeitlosen“, die seit nunmehr 15 Jahren mit insgesamt 258 ausgebildeten Seniorenbegleitern älteren Menschen zur Seite standen und stehen. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. 

Genau das hatte Maik Kowalleck im Blick, als er eingangs des Gesprächsnachmittags bei Kaffee und Kuchen sagte: „Es ist immer wieder wichtig, DANKE zu sagen für die Arbeit, die oft im Stillen geleistet wird und doch so unentbehrlich ist.“ 

Landtagspräsident Christian Carius, der als Gast aus der Landeshauptstadt begrüßt werden konnte, beleuchtete die Verdienste des Ehrenamtes aus Landessicht und benannte ebenso Dinge, die nach seinem Dafürhalten verbessert werden müssen, damit sich Menschen weiterhin im Ehrenamt engagieren. So fehle momentan das nötige Geld bei der Ehrenamtsstiftung, um wirkungsvoll zu unterstützen. Ebenso bedürfe es Vereinfachungen bei der Finanzverwaltung und dem Sponsoring. Ehrenamt fordere von den Aktiven Investitionen in Zeit und Bildung, egal ob bei der Feuerwehr, als Trainer, als Rettungssanitäter oder bei der Hundestaffel. Als ehrenamtlicher Präsident des DRK-Landesverbandes Thüringen weiß Carius, von was er spricht. Und trotzdem sei er zuversichtlich, dass die Menschen auch aktuell etwas tun wollen - miteinander und füreinander.  

In der sich anschließenden Diskussion nahm die Frage nach der Zukunft der Vereine und deren Mitgliederentwicklung breiten Raum ein. Neben positiven Entwicklungen, zum Beispiel im Sportbereich, gibt es eine Vielzahl von Vereinen mit Nachwuchsproblemen. Mehrfach wurde der Wunsch geäußert, in den Schulen für die Vereinsarbeit werben zu können, um frühzeitig Kinder und Jugendliche für ein Hobby jenseits der Spielkonsole zu begeistern.  

Kreisheimatpfleger Ralf Thun verwies darauf, dass vor allem im Bereich der Brauchtumspflege ein Großteil der Vereine in den kommenden Jahren nicht mehr da sein werde. Das sei auch schlecht für den Tourismus in der Region. Jungen Leuten, die im Berufsleben stehen, fehle oft die Zeit, die ehrenamtliche Arbeit fortzuführen. Gerade deshalb müsse es auch verbesserte finanzielle Anreize für das Ehrenamt geben. 

Dr. Steffen Kania sagte zu, das Thema und weitere Anfragen am nächsten Tag in der Sitzung des Kreistags anzusprechen. Der Kreisheimatpfleger sollte die Möglichkeit erhalten, über seine Arbeit im Kreistag zu berichten. Anzustreben sei auch eine eigene Veranstaltung auf Landkreisebene zum Thema Ehrenamt im Landkreis.  

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer darin, dass es auch in Zukunft nicht ohne das Ehrenamt geht. Wenn die wichtige und oft so selbstverständliche Arbeit fortgeführt werden soll, dann muss sie öffentliche Anerkennung erfahren und der jungen Generation nahe gebracht werden. Gerade deshalb sind Veranstaltungen wie diese unerlässlich. Mit zwei Worten brachte es Frau Pidun auf den Punkt: „Mitstreiter gesucht“. Auch bei den Herbstzeitlosen muss und wird es weitergehen.